Chronik der Kölner Husaren grün-gelb
Chronik neu erzählt

Kölner Husaren grün-gelb

Eine moderne Zeitreise durch die Geschichte der Kölner Husaren grün-gelb von 1895/1959 e.V. - von den Longericher Karnevalswurzeln über das Fanfarencorps bis zum Musikcorps mit festem Platz im Kölner Karneval.

1895Wurzeln in Longerich
1959Gründung des Fanfarencorps
1999Ehrenmusikcorps der Kölschen Narren Gilde

Die Geschichte entlang einer Linie

Jeder Abschnitt markiert einen Wendepunkt: Gründung, Aufbruch, Wettbewerbe, Uniformen, Namensentwicklung, Jubiläen, Reisen, Ehrungen und die feste Verankerung im Kölner Karneval.

1895

Die Wurzeln liegen in Longerich

Nach der Eingemeindung Longerichs zur Stadt Köln treffen sich engagierte Bürger im Stadtteil und gründen die Longericher Karnevalsgesellschaft. Später wird daraus die KG grün-gelb Longerich.

In den Folgejahren stellen Mitglieder der Gesellschaft mehrfach Tollitäten und Dreigestirne. Die Geschichte der grün-gelben Husaren beginnt damit bereits vor der eigentlichen Gründung des Corps.

LongerichKarnevalswurzeln
Longericher Karnevalsgesellschaft 1895
1927 bis 1969

Tollitäten und Dreigestirne

Die Chronik nennt zahlreiche Prinzen, Jungfrauen und Bauern aus der Longericher Karnevalsgeschichte. Die Übersicht zeigt zugleich, dass das Archiv Lücken aufweist und Ergänzungen ausdrücklich willkommen sind.

Diese Etappe macht deutlich: Die Husaren stehen nicht isoliert da, sondern wachsen aus einer aktiven karnevalistischen Stadtteilgeschichte heraus.

Übersicht der Tollitäten und Dreigestirne
1936

Ein Konflikt führt zur nächsten Gründung

In einer Vorstandssitzung im Kölner Hof wird über einen Beitritt zum Festausschuss Kölner Karneval diskutiert. Besonders die finanziellen Folgen sorgen für Widerstand.

Kassierer Peter Neuen lehnt die Belastung ab, legt sein Amt nieder und verlässt die Versammlung. Noch am selben Tag gründet er mit weiteren Longericher Bürgern die KG Blau-Weiß Alt Lunke. Von da an existieren zwei Karnevalsgesellschaften in Longerich.

Historische Aufnahme der Kölner Husaren
1959

Das Fanfarencorps entsteht

Am 23. März 1959 gründen H. Wollenschein, J. Quadtflieg, F. Romaike, E. Dolff, J. Büchel, E. Pallmann, L. Hüsch, J. Schober und P. Zander das Fanfarencorps grün-gelb Longerich. Uria Köhler wird Kommandant.

Die Musiker treten zunächst in schwarzen Hosen und weißen Hemden auf. Für den ersten Auftritt gibt es ein Honorar von 40 DM. Bereits nach sechs Monaten intensiver Proben erreicht das Corps in Neuwied-Heddesdorf den zweiten Preis in der Fanfarenklasse B.

23. März 1959Uria Köhler
Historisches grün-gelbes Abzeichen
1960

Der erste eigene Musikwettstreit

Bereits ein Jahr später veranstaltet das Fanfarencorps grün-gelb unter der Schirmherrschaft des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Theo Burauen und des neuen Kommandanten Günther Schmidt den ersten eigenen Musikwettstreit.

Historische Aufnahme der Kölner Husaren
1962 bis 1964

Uniformen, Federbusch und Prinz Friedel I.

1962 werden die ersten Uniformen beschafft. Bilder belegen, dass die Husaren schon früh auch außerhalb Kölns gespielt haben.

1964 werden die Uniformen durch Mützen mit grün-gelbem Federbusch ergänzt. Im selben Jahr stellt die KG grün-gelb Longerich von 1895 den Prinzen Friedel I.

Prinz Friedel I. 1964
1967 bis 1968

Vom Fanfarencorps zum Musikcorps

1967 gelingt es dem Fanfarencorps erneut, unter der Schirmherrschaft von Theo Burauen und unter Kommandant Günther Schmidt einen eigenen Musikwettstreit durchzuführen.

1968 werden die ersten Ventilinstrumente angeschafft. Damit beginnt die Umwandlung vom Fanfarencorps zum Musikcorps. Auch die Uniform wandelt sich mit Husarenjacken, grüner Hose und Fellmütze. Ende 1968 schließt sich das Corps kooperativ der K.G. Kölle Alaaf 1967 e.V. an.

Historische Aufnahme der Kölner Husaren
1969

Einmarsch in die Lachende Sporthalle

1969 zieht das Corps zum ersten Mal in die Lachende Sporthalle ein und marschiert dort als erste Gruppe ein. Diese Tradition prägt den Verein bis heute.

Im selben Jahr stellt die KG grün-gelb Longerich von 1895 ihre Aktivitäten nach einer erfolgreichen Session ein.

Historische Aufnahme der Kölner Husaren
1971 bis 1972

Öffnung, neuer Name und klare Identität

1971 beschließen die Mitglieder, künftig auch weibliche Mitglieder in das Corps aufzunehmen. Die ersten Damen werden nach einer Probezeit von drei Monaten aufgenommen.

1972 beschließt das Corps, Schritt für Schritt auf B-Instrumente umzustellen. In Zusammenarbeit mit Ferdi Hammerschmidt und Egon Michel erhält es den Namen Kölner Husaren grün-gelb. Beim Festakt im Geschwister-Scholl-Haus wird das Corps in Fanfaren- und Musikcorps Kölner Husaren grün-gelb von 1959 umbenannt.

Historische Aufnahme der Kölner Husaren
1974 bis 1976

Jubiläum, Vereinsregister und Prunksitzung

1974 feiern die Kölner Husaren unter dem Motto „15 Johr un immer noch do“ ihr Jubiläum und nehmen mit einem eigenen Festwagen am Longericher Karnevalszug teil.

1975 erfolgt die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Köln. 1976 veranstaltet das Musikcorps unter anderem eine Prunksitzung und eine Musikveranstaltung an Weiberfastnacht.

Prunksitzung der Kölner Husaren 1976
1980 bis 1984

Öffentliche Präsenz und volle Uniform

1980 unterstützen die Kölner Husaren das Deutsche Rote Kreuz bei einer Sammlung rund um den Dom. Der damalige Oberbürgermeister Norbert Burger und Bundesarbeitsminister Norbert Blüm besuchen die Husaren.

1984 werden auch die weiblichen Mitglieder zum 25-jährigen Jubiläum mit Husarenuniformen eingekleidet. Im selben Jahr nehmen die Husaren erstmals in eigenen Uniformen am Kölner Rosenmontagszug teil.

1987 bis 1989

Reisen, Aufkleber und 30 Jahre Musikcorps

1987 reist das Musikcorps an die Nordsee. Erstmals wird ein eigener Werbeaufkleber der Husaren hergestellt.

1989 feiern die Kölner Husaren 30 Jahre Musikcorps. Die Jubiläumstour führt nach Pfunds in Tirol. Außerdem treten die Husaren beim Feuerwehrfest in Köln-Longerich auf.

1993 bis 2000

1895 im Namen und Ehrenmusikcorps

1993 nimmt der Verein das Gründungsjahr 1895 in seinen Namen auf, damit die Herkunft aus der KG Longerich grün-gelb nicht in Vergessenheit gerät. 1997 verstirbt Kassierer Josef Huppertz.

1999 erhält Ehrenkommandant Walter Gester den Verdienstorden in Gold des Festkomitees Kölner Karneval. Im selben Jahr wird die Vereinbarung geschlossen, dass das Musikcorps Kölner Husaren grün-gelb von 1895/1959 e.V. Ehrenmusikcorps der Karnevalsgesellschaft Kölsche Narren Gilde von 1967 e.V. wird. 2000 fühlen sich die Husaren im Burghotel Pass in Oeding erneut besonders wohl.

1895/1959 e.V.Ehrenmusikcorps
Veranstaltung der Kölner Husaren Anfang der 1990er Jahre
2003 bis 2006

Ehrungen, Wohltätigkeit und Abschiede

2003 erhält Dieter Oberzier für seine langjährige Mitgliedschaft und Verdienste um den Kölner Karneval den Verdienstorden in Gold des Festkomitees Kölner Karneval.

2004 findet die erste Wohltätigkeitssitzung zugunsten der Kinder-Uniklinik in der Aula der Universität zu Köln statt. 2006 folgt die zweite Wohltätigkeitssitzung mit großem Erfolg. Im selben Jahr verstirbt Rittmeister Wolfgang Kestermann; außerdem verstirbt das langjährige Senatsmitglied Franz Kumme.

2007 bis 2009

Jahresausflug, Auszeichnungen und 50-jähriges Jubiläum

2007 gestalten die Husaren wieder einen Jahresausflug. Die Tour führt nach Würzburg; ob der Marsch „Gruß an Würzburg“ dadurch zum Lieblingsmarsch wurde, bleibt offen.

2008 erhält der langjährige Vorsitzende Franz-Toni Schmitz den Verdienstorden in Gold des Festkomitees Kölner Karneval. Im Oktober fahren die Husaren nach Calella zum Oktoberfest.

2009 feiern die Kölner Husaren ihr 50-jähriges Jubiläum. Im Januar veranstalten sie erfolgreich ihre dritte Benefizsitzung zugunsten der Uni-Kinderklinik. Walter Gester feiert sein 50-jähriges Vereinsjubiläum und später auch seinen 75. Geburtstag.

Heute

Tradition ohne Stillstand

Der Name Kölner Husaren verweist auf eine militärische Reitertradition, doch musikalisch steht der Verein nicht für starre Marschmusik. Zum Repertoire gehören moderne Rhythmen, kölsche Hits, Krätzjer und Evergreens.

Die Husaren treten bei Karnevalssitzungen, Umzügen, Maifeiern, Schützenfesten, Geburtstagen und Kirmesveranstaltungen auf. Die Proben und Auftritte stehen nicht für militärische Strenge, sondern für gesellige Harmonie.

Seit den 1970er Jahren nehmen die Kölner Husaren regelmäßig am Rosenmontagszug teil. In der Lachenden LanxessArena marschieren sie regelmäßig als erste Gruppe ein und gelten als Eisbrecher für große Veranstaltungen.

Reisegruppe der Kölner Husaren
Logo Musikcorps Kölner Husaren grün-gelb

Eine Geschichte, die weiterzieht

Diese Fassung erzählt die Chronik nicht als lose Sammlung einzelner Absätze, sondern als zusammenhängende Bewegung entlang einer Linie. Jede Station baut auf der vorherigen auf und zeigt, wie aus Longericher Karnevalswurzeln ein unverwechselbarer Klangkörper des Kölner Karnevals geworden ist.