Kölner Husaren grün-gelb
Eine moderne Zeitreise durch die Geschichte der Kölner Husaren grün-gelb von 1895/1959 e.V. - von den Longericher Karnevalswurzeln über das Fanfarencorps bis zum Musikcorps mit festem Platz im Kölner Karneval.
Die Geschichte entlang einer Linie
Jeder Abschnitt markiert einen Wendepunkt: Gründung, Aufbruch, Wettbewerbe, Uniformen, Namensentwicklung, Jubiläen, Reisen, Ehrungen und die feste Verankerung im Kölner Karneval.
Die Wurzeln liegen in Longerich
Nach der Eingemeindung Longerichs zur Stadt Köln treffen sich engagierte Bürger im Stadtteil und gründen die Longericher Karnevalsgesellschaft. Später wird daraus die KG grün-gelb Longerich.
In den Folgejahren stellen Mitglieder der Gesellschaft mehrfach Tollitäten und Dreigestirne. Die Geschichte der grün-gelben Husaren beginnt damit bereits vor der eigentlichen Gründung des Corps.

Tollitäten und Dreigestirne
Die Chronik nennt zahlreiche Prinzen, Jungfrauen und Bauern aus der Longericher Karnevalsgeschichte. Die Übersicht zeigt zugleich, dass das Archiv Lücken aufweist und Ergänzungen ausdrücklich willkommen sind.
Diese Etappe macht deutlich: Die Husaren stehen nicht isoliert da, sondern wachsen aus einer aktiven karnevalistischen Stadtteilgeschichte heraus.

Ein Konflikt führt zur nächsten Gründung
In einer Vorstandssitzung im Kölner Hof wird über einen Beitritt zum Festausschuss Kölner Karneval diskutiert. Besonders die finanziellen Folgen sorgen für Widerstand.
Kassierer Peter Neuen lehnt die Belastung ab, legt sein Amt nieder und verlässt die Versammlung. Noch am selben Tag gründet er mit weiteren Longericher Bürgern die KG Blau-Weiß Alt Lunke. Von da an existieren zwei Karnevalsgesellschaften in Longerich.
Das Fanfarencorps entsteht
Am 23. März 1959 gründen H. Wollenschein, J. Quadtflieg, F. Romaike, E. Dolff, J. Büchel, E. Pallmann, L. Hüsch, J. Schober und P. Zander das Fanfarencorps grün-gelb Longerich. Uria Köhler wird Kommandant.
Die Musiker treten zunächst in schwarzen Hosen und weißen Hemden auf. Für den ersten Auftritt gibt es ein Honorar von 40 DM. Bereits nach sechs Monaten intensiver Proben erreicht das Corps in Neuwied-Heddesdorf den zweiten Preis in der Fanfarenklasse B.

Der erste eigene Musikwettstreit
Bereits ein Jahr später veranstaltet das Fanfarencorps grün-gelb unter der Schirmherrschaft des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Theo Burauen und des neuen Kommandanten Günther Schmidt den ersten eigenen Musikwettstreit.
Uniformen, Federbusch und Prinz Friedel I.
1962 werden die ersten Uniformen beschafft. Bilder belegen, dass die Husaren schon früh auch außerhalb Kölns gespielt haben.
1964 werden die Uniformen durch Mützen mit grün-gelbem Federbusch ergänzt. Im selben Jahr stellt die KG grün-gelb Longerich von 1895 den Prinzen Friedel I.

Vom Fanfarencorps zum Musikcorps
1967 gelingt es dem Fanfarencorps erneut, unter der Schirmherrschaft von Theo Burauen und unter Kommandant Günther Schmidt einen eigenen Musikwettstreit durchzuführen.
1968 werden die ersten Ventilinstrumente angeschafft. Damit beginnt die Umwandlung vom Fanfarencorps zum Musikcorps. Auch die Uniform wandelt sich mit Husarenjacken, grüner Hose und Fellmütze. Ende 1968 schließt sich das Corps kooperativ der K.G. Kölle Alaaf 1967 e.V. an.
Einmarsch in die Lachende Sporthalle
1969 zieht das Corps zum ersten Mal in die Lachende Sporthalle ein und marschiert dort als erste Gruppe ein. Diese Tradition prägt den Verein bis heute.
Im selben Jahr stellt die KG grün-gelb Longerich von 1895 ihre Aktivitäten nach einer erfolgreichen Session ein.
Öffnung, neuer Name und klare Identität
1971 beschließen die Mitglieder, künftig auch weibliche Mitglieder in das Corps aufzunehmen. Die ersten Damen werden nach einer Probezeit von drei Monaten aufgenommen.
1972 beschließt das Corps, Schritt für Schritt auf B-Instrumente umzustellen. In Zusammenarbeit mit Ferdi Hammerschmidt und Egon Michel erhält es den Namen Kölner Husaren grün-gelb. Beim Festakt im Geschwister-Scholl-Haus wird das Corps in Fanfaren- und Musikcorps Kölner Husaren grün-gelb von 1959 umbenannt.
Jubiläum, Vereinsregister und Prunksitzung
1974 feiern die Kölner Husaren unter dem Motto „15 Johr un immer noch do“ ihr Jubiläum und nehmen mit einem eigenen Festwagen am Longericher Karnevalszug teil.
1975 erfolgt die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Köln. 1976 veranstaltet das Musikcorps unter anderem eine Prunksitzung und eine Musikveranstaltung an Weiberfastnacht.

Öffentliche Präsenz und volle Uniform
1980 unterstützen die Kölner Husaren das Deutsche Rote Kreuz bei einer Sammlung rund um den Dom. Der damalige Oberbürgermeister Norbert Burger und Bundesarbeitsminister Norbert Blüm besuchen die Husaren.
1984 werden auch die weiblichen Mitglieder zum 25-jährigen Jubiläum mit Husarenuniformen eingekleidet. Im selben Jahr nehmen die Husaren erstmals in eigenen Uniformen am Kölner Rosenmontagszug teil.
Reisen, Aufkleber und 30 Jahre Musikcorps
1987 reist das Musikcorps an die Nordsee. Erstmals wird ein eigener Werbeaufkleber der Husaren hergestellt.
1989 feiern die Kölner Husaren 30 Jahre Musikcorps. Die Jubiläumstour führt nach Pfunds in Tirol. Außerdem treten die Husaren beim Feuerwehrfest in Köln-Longerich auf.
1895 im Namen und Ehrenmusikcorps
1993 nimmt der Verein das Gründungsjahr 1895 in seinen Namen auf, damit die Herkunft aus der KG Longerich grün-gelb nicht in Vergessenheit gerät. 1997 verstirbt Kassierer Josef Huppertz.
1999 erhält Ehrenkommandant Walter Gester den Verdienstorden in Gold des Festkomitees Kölner Karneval. Im selben Jahr wird die Vereinbarung geschlossen, dass das Musikcorps Kölner Husaren grün-gelb von 1895/1959 e.V. Ehrenmusikcorps der Karnevalsgesellschaft Kölsche Narren Gilde von 1967 e.V. wird. 2000 fühlen sich die Husaren im Burghotel Pass in Oeding erneut besonders wohl.

Ehrungen, Wohltätigkeit und Abschiede
2003 erhält Dieter Oberzier für seine langjährige Mitgliedschaft und Verdienste um den Kölner Karneval den Verdienstorden in Gold des Festkomitees Kölner Karneval.
2004 findet die erste Wohltätigkeitssitzung zugunsten der Kinder-Uniklinik in der Aula der Universität zu Köln statt. 2006 folgt die zweite Wohltätigkeitssitzung mit großem Erfolg. Im selben Jahr verstirbt Rittmeister Wolfgang Kestermann; außerdem verstirbt das langjährige Senatsmitglied Franz Kumme.
Jahresausflug, Auszeichnungen und 50-jähriges Jubiläum
2007 gestalten die Husaren wieder einen Jahresausflug. Die Tour führt nach Würzburg; ob der Marsch „Gruß an Würzburg“ dadurch zum Lieblingsmarsch wurde, bleibt offen.
2008 erhält der langjährige Vorsitzende Franz-Toni Schmitz den Verdienstorden in Gold des Festkomitees Kölner Karneval. Im Oktober fahren die Husaren nach Calella zum Oktoberfest.
2009 feiern die Kölner Husaren ihr 50-jähriges Jubiläum. Im Januar veranstalten sie erfolgreich ihre dritte Benefizsitzung zugunsten der Uni-Kinderklinik. Walter Gester feiert sein 50-jähriges Vereinsjubiläum und später auch seinen 75. Geburtstag.
Tradition ohne Stillstand
Der Name Kölner Husaren verweist auf eine militärische Reitertradition, doch musikalisch steht der Verein nicht für starre Marschmusik. Zum Repertoire gehören moderne Rhythmen, kölsche Hits, Krätzjer und Evergreens.
Die Husaren treten bei Karnevalssitzungen, Umzügen, Maifeiern, Schützenfesten, Geburtstagen und Kirmesveranstaltungen auf. Die Proben und Auftritte stehen nicht für militärische Strenge, sondern für gesellige Harmonie.
Seit den 1970er Jahren nehmen die Kölner Husaren regelmäßig am Rosenmontagszug teil. In der Lachenden LanxessArena marschieren sie regelmäßig als erste Gruppe ein und gelten als Eisbrecher für große Veranstaltungen.


Eine Geschichte, die weiterzieht
Diese Fassung erzählt die Chronik nicht als lose Sammlung einzelner Absätze, sondern als zusammenhängende Bewegung entlang einer Linie. Jede Station baut auf der vorherigen auf und zeigt, wie aus Longericher Karnevalswurzeln ein unverwechselbarer Klangkörper des Kölner Karnevals geworden ist.
